OMDas Wort „Yoga“ deutet auf eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen hin, die in Indien ihren Ursprung haben. Der Begriff Yoga (Sanskrit: „anjochen, zusammenbinden, anspannen, anschirren“) kann sowohl „Integration“ bedeuten, als auch das „Anschirren“ und „Anspannen“ des Körpers an die Seele zur Sammlung und Konzentration, bzw. die Vereinigung der individuellen mit der universellen Seele (also, mit Gott). Da jeder Weg zur Gotteserkenntnis als Yoga bezeichnet werden kann, gibt es in Indien unterschiedlichen Namen für die verschiedenen Yoga-Wege, die den jeweiligen Veranlagungen der nach Gotteserkenntnis Strebenden angepasst sind.

Yama (ethische Regeln), Niyama (persönliche Disziplin), Asanas (Körperhaltung), Pranayama (Atem-Technik), Pratyahara (Zurückziehen der Sinne) sowie die Meditation in unterschiedlichen Verfeinerungsgraden sind Grundpfeiler des Yoga. Das Üben von Yoga ist immer von zweifacher Natur: die konkrete Übung poliert den Körper und schärft den Verstand; die Loslösung von der Herrschaft des Verlangens bringt seelische Ruhe.

Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali im Yoga-Sutra formuliert, auch die Bhagavad Gita und die Upanischaden u.a. informieren über Yoga.

Mysore_PasasanaHatha-Yoga wurde im 15. Jahrhundert eingeführt als ein System zur Reinigung und Stählung des Körpers durch Körperhaltungen, Atemtechniken, Reinigungstechniken mit Wasser, Stoff oder Schnüren, symbolische (Finger-) Haltungen sowie Meditation. Wörtlich heißt „Ha“ Sonne und „Tha“ Mond, respektive warm /kalt, männlich/weiblich, positiv/negativ. Durch eine kraftvolle Praxis werden die beiden Aspekte zusammengeführt und Energie im Körper frei zum Fließen gebracht, um den Übenden für die geistige Praxis fit zu machen.

MysorVriscikasanaIm Westen verstehen wir Hatha-Yoga meistens als eine Art mehr oder weniger milden Workout mit Dehnungen, Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen, und wohl auch Umkehrhaltungen (wobei manche Schulen eine durchaus anspruchsvolle, anstrengende Praxis pflegen). Auch Entspannungsübungen zwecks Stress-Verminderung sind in den Vordergrund gerückt. Der Mensch soll durch die Praxis „ganz“ werden.

Strand_SirsasanaDurch regelmäßiges Üben von Yogahaltungen entwickelt der Mensch ein gesundes Gleichgewicht zwischen Flexibilität, Kraft, Ausdauer und Stabilität. Die Beobachtung der Atmung verfeinert die Körperwahrnehmung und schult die Fähigkeit derConstanceTrikonasana Konzentration. Das schafft eine stabile Basis für mentale und spirituelle Entwicklung .

Neben körperlicher Stärke und Flexibilität spürt der Yoga-Übende immer mehr
emotionale Spannkraft, die hilft, die Herausforderungen des Lebens positiver anzunehmen.

Jeder kann von einer Hatha Yoga-Praxis profitieren und so mehr Freude am Leben erfahren:

  • Aktiven Menschen bietet sie eine Möglichkeit, Stress-Symtome zu verringern, ausgeglichener und gelassener zu werden.
  • Menschen, die im Beruf viel sitzen, finden einen wohltuenden Ausgleich zu ihrer kopflastigen Alltagstätigkeit, sowie Linderung von durch Haltungsfehler verursachten Schmerzen.
  • Schwanger_PrasaritaPadottanasanaSchwangere können sich durch Yoga auf die Geburt vorbereiten.
  • Leistungssportler üben Yoga, um sich besser konzentrieren zu können und sich vor Verletzungen zu schützen.
  • Senioren erhalten und steigern ihr Wohlbefinden durch Yoga bis ins hohe Alter.Muskelmann_Uttanasana